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Kein Wunder, daß sie verlieren...Gemeint sind in diesem Zitat aus der englischen Schachzeitung Chess vom Mai 1949 natürlich die männlichen Gegner der jungen Dame, die 1947 die Meisterschaft von Sachsen gewonnen hatte. Und zwar nicht die der Damen, wie das Blatt vorsichtshalber gleich hinzufügt. Nun waren die sächsischen Männer nicht die ersten (und auch nicht die letzten), die Edith Keller kennenlernen sollten. Der starke Wilhelm Rautenberg mußte nach seiner Niederlage beim Turnier 1948 in Duisburg zum Schaden auch noch noch den Spott ertragen, dichtete doch ein Turnierteilnehmer (zitiert nach der Caissa, Juni 1948): Deutschlands beste Amazone, Sachsenmeister auch im Schach, doch nach ihren eignen Worten, spielt sie aber furchtbar schwach. Traut ihr nicht, denn unsre Edith ist ein Weib, ihr wißt Bescheid!! Darum nur nicht unterschätzen, sonst tut es Euch später leid. Rautenberg glaubt der Sirene, zog am Anfang etwas schneller, doch zum Schluß saß Edith oben, Wilhelm aber saß im Keller. Dachte voller Minusschmerzen: Wie trügerisch sind Weiberherzen! Die Sachsen, die sind helle, das weiß die ganze Welt, und wenn man erst mal Sächsin ist, ist's doppelt schlimm bestellt! Nun, Rautenberg nahm's nicht krumm. Ganz im Gegenteil: Sein Artikel in der Juliausgabe 1949 der Caissa läßt Sympathie und Respekt spüren und zeigt nur wenig von der sonst üblichen männlichen Gönnerhaftigkeit. |
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Aus der jungen Frau des Jahres 1949 ist eine liebenswürdige und geistig höchst präsente alte Dame geworden, die immer noch die beiden Charakteristika zeigt, die auch Rautenberg in seinem alten Artikel besonders hervorhebt: Humor und Bescheidenheit. Davon konnten sich die Mitglieder der Laskergesellschaft überzeugen, die am 19.12.2001 im Berliner Künstlerklub Möwe zusammengekommen waren, um Deutschlands erfolgreichste Schachspielerin aus Anlaß ihres 80. Geburtstags für ihre Leistungen zu ehren.
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Glückwunsch und Würdigung durch Paul
Werner Wagner
Ernennung zum Ehrenmitglied der
Laskergesellschaft
Glückwünsche und Blumen für Edith Keller-Herrmann von Susanna Poldauf und Paul Werner Wagner.
Der Höhepunkt des Abends waren aber die Erinnerungen der Jubilarin, die diese freimütig und mit dem ihr eigenen Humor vor den Gästen ausbreitete. Wir wollen daher auf eine längliche Beschreibung der schachlichen Leistungen Edith Keller-Herrmanns verzichten und sie lieber selbst zu Wort kommen lassen:
"Was Du immer machen mußt, ist ein
Luftloch"
Vater und Bruder bringen Edith das Schachspielen bei
Der echte und der falsche Aljechin
Als
Kiebitz beim Dresdner Großmeisterturnier 1936
"Das war mir sehr spanisch"
Edith
spickt bei Junge und Unzicker
"Meine Liebe starb - der handelt ja mit
mir!"
Wie Aljechin seinen größten Fan verlor (Wien 1943)
"Jetzt verlierste schon gegen die
Frauen!"
Wie Meister Stein eine plausible Erklärung für seine
Niederlage fand.
"Ich war eben die Deutsche"
Als erste
DDR-Sportlerin auf internationaler Ebene - WM 1949 Moskau
Presseberichte aus Caissa,
Schach-Express, Schach (PDF; 806 KB)
"Ich war im 7. Monat
schwanger"
Kandidatenturnier 1955 in Moskau
Presseberichte aus Schach (PDF;
400 KB)
Soweit die "Kostproben" vom Abend mit Edith Keller-Herrmann. Der vollständige Ton-Mitschnitt befindet sich im Archiv der Gesellschaft; falls bei den Mitgliedern Interesse vorhanden ist, werden wir uns Gedanken machen, in welcher Form wir ihn (zusammen mit dem weiteren Quellenmaterial) zugänglich machen können.
Im März steht ein Abend mit dem dann ebenfalls achtzigjährigen Rudolf Teschner auf dem Programm. Nach der interessanten Veranstaltung mit Edith Keller-Herrmann ist dies vielleicht eine Motivation zum Kommen auch für diejenigen Mitglieder, die man nicht so häufig sieht. Bitte schreiben Sie uns, was Sie von dieser Art von Treffen halten und ob Sie auch weiterhin darüber informiert werden möchten.
© 2002 Emanuel Lasker-Gesellschaft, Berlin
Andreas.Saremba @ lasker-gesellschaft.de