Im Leben werden Partien nie so unstrittig gewonnen wie im Spiel; das Spiel gibt uns Genugtuungen, die das Leben versagt.
 
Emanuel Lasker
  Internationale Konferenz
  zum 60. Todestag von
 
   12. - 14. Januar 2001
   Kulturhaus »Altes Rathaus«
   in Potsdam
Emanuel Lasker (24.12.1868 Berlinchen - 11.1.1941 New York) erlangte weltweite Berühmtheit und zählte zu den bekanntesten Deutschen im Ausland. Von 1894 bis 1921 trug er siebenundzwanzig Jahre den Titel des Schachweltmeisters, eine nie wieder erreichte Leistung.
Emanuel Laskers Persönlichkeit zeichnete sich durch eine enorme Vielseitigkeit aus.
Er promovierte 1900 in Mathematik, schrieb mehrere philosophische Werke, betätigte sich als Herausgeber von Schachzeitschriften, Schachbüchern und verfaßte literarische Werke,darunter ein Drama (mit seinem Bruder Berthold, dem Ehemann von Else Lasker-Schüler).
Er lebte die längste Zeit seines Lebens in Berlin, davon allein zwanzig Jahre bis 1933 in der Aschaffenburger Straße 6a.
In der brandenburgischen Gemeinde Thyrow besaß er seit 1912 ein Grundstück mit einem Landhaus als Sommersitz.
Emanuel Lasker war ein politisch denkender Mensch.
Er bekämpfte den Nationalsozialismus aus seinen Exilstationen Holland, Schweiz, Sowjetunion und USA.
Emanuel Lasker starb am 11. Januar 1941 in New York.
 
Im Jahr 1952 erschien zwar in der Bundesrepublik eine Lasker-Biografie von Dr. J. Hannak, aber außerhalb des Schachs fand Laskers Werk in Deutschland nur am Rande Beachtung.
In Berlin fand ein stark besetztes Internationales Lasker-Gedenkturnier zum 100. Geburtstag statt, in dem David Bronstein und Wolfgang Uhlmann punktgleich siegten.
Die DDR gab zu Ehren Emanuel Laskers eine Briefmarke und vier Gedenkmünzen heraus.
Dennoch geriet diese große Persönlichkeit des deutschen und internationalen Geisteslebens in der Öffentlichkeit mehr und mehr in Vergessenheit.
Die Konferenz präsentiert erstmals unterschiedliche Aspekte der Geschichts-und Kulturforschung, die jüdisches Geistesleben vor 1933, Emigration und deren Folgen aufzeigen. Zeitzeugen berichten über ihre Begegnungen mit Lasker.
Neue Ergebnisse der Lasker-Forschung werden als Buch von einem Team von jungen Wissenschaftlern vorgelegt. Der Mitherausgeber Dr. Ulrich Sieg wurde im Oktober 2000 für seine Arbeit «Jüdische Intellektuelle im 1. Weltkrieg» mit dem «Deutschen Nachwuchshistoriker-Preis» geehrt.
Im Rahmen der Konferenz wird die Internationale Emanuel Lasker Gesellschaft gegründet, die das kulturelle und geistige Erbe in Schach, Philosophie, Mathematik und Geistesleben von Emanuel Lasker und seiner Zeitgenossen pflegen und alle Kräfte bündeln wird, um sein Sommerhaus im brandenburgischen Thyrow als Schach-Museum einzurichten.
   

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