Spaziergang durch die
  Schachgeschichte

 
 
 

Spaziergang durch die Schachgeschichte

von Fernando Offermann

Emanuel Lasker (1868-1941), undatiertes Archivbild
Emanuel Lasker
Foto: AKG

Alte Meister haben dem einzigen deutschen Schach-Champion Emanuel Lasker bei einem Kongress ihre Reverenz erwiesen. Ein Streifzug durch das Foyer, die Schachgeschichte und die Welt der letzten hundert Jahre.

POTSDAM. Selten trafen sich so viele prominente Größen aus der Welt des Schachspiels wie am Wochenende in Postdam. Im Mantel begegneten sie einander vor dem Kongress-Haus und lüpften die Hüte zum Gruß. Einst hatten sie das Turnier 1953 in Zürich gespielt oder kämpften um die Weltmeisterschaft, sie fühlten sich als Exilanten vom KGB bedroht oder waren Chef des sowjetischen Verbands.

Neben den Zeitzeugen aus Russland und Deutschland würdigten Wissenschaftler aus der Politik, der Philosophie und Mathematik die Bedeutung Emanuel Laskers - des einzigen deutschen Schachweltmeisters, der so vielfältig wie anregend wirkte wie kaum ein zweiter.

Die folgenden Beiträge versuchen, die aktuelle Lage in der Welt des Schachs mit den Ideen Laskers korrespondieren zu lassen.

Patzer

Wieder so eine Schublade: «Viktor, der Schreckliche». Ohne diese Plakette ist Viktor Kortschnoj in der Öffentlichkeit kaum denkbar. Doch Kortschnoj ist vor allem Weltbürger mit Sinn für Etikette. In seiner Nähe ist zu ahnen: auf mangelndes Feingespür im Umgangston folgt der sofortige Abbruch der diplomatischen Beziehungen.

Grafik: nz

So soll es auch kommen. Der 69-jährige Kortschnoj, der mit seinem Erzrivalen Anatoli Karpow in Baguio und Meran um die Weltmeisterschaft kämpfte, der Wahl-Schweizer aus Leningrad, seit den sechziger Jahren noch immer in der Elite der weltbesten Spieler, gibt eine Simultanveranstaltung an 25 Brettern. Einer der Spieler benimmt sich daneben. Kortschnoj zieht an den Tischen vorbei, doch bei den folgenden Runden lässt er den Tölpel stehen.

Vor mir auf dem Brett entsteht Königsindisch. In meinem Schachklub spricht mein Trainer von Kortschnoj als weltbesten Kenner der Königsindischen Variante. Und jetzt habe ich die Chance am Brett: Königsindisch.

Mein Hemd ist bereits nassgeschwitzt, obwohl die Partie noch der Theorie folgt. Mir ist egal, dass mein bester Anzug zu warm ist, das Jackett bleibt über dem Hemd. Auch die Krawatte gibt ein bisschen Sicherheit. Psychologie und Schach. Schach und Kampf. Schach als Wissenschaft und als Spiel, ein Sport.

Kortschnoj wählt das Sämisch-System, ich hatte die Klassische Variante erwartet. Das Spiel wird schnell taktisch. Ein falscher Zug und die Partie ist gelaufen. Die Bedenkzeit scheint immer kürzer, bis Kortschnoj wieder die restlichen 24 Bretter passiert hat und meinen Zug erwartet. Beim 17. Zug sieht er mich erstmals an und vergräbt das Kinn in der Hand. Im neunzehnten Zug folgt sein Angriff. Leise sagt er «o.k.», zieht seinen weißen Mittelbauern in die schwarze Stellung und bricht im Zentrum durch. Im 23. Zug spüren wir beide: die Entscheidung fällt in jedem Moment. Einen Zug später kann ich es nicht fassen, denn ich glaube, Kortschnojs Stellung ist verloren.

Wiederum einen Zug später dann die Gewissheit: das ist die Grenze. Die Stellung muss berechnet werden, doch das übersteigt meinen Horizont. Mein vermeintlicher Triumphzug entpuppt sich als Manifestation meiner Unterklassigkeit. Doch den darauf folgenden Fehler verträgt die Stellung nicht mehr. Vier Züge später ist die Partie entschieden und ich darf Kortschnoj zum Sieg gratulieren.

Foyer

Plauderei mit André Schulz, sein digitales Schachjournal «Chess Base Magazin» wird mit den Filmdokumenten weltweit auf CD-Rom vertrieben. Zwischen den Vorträgen macht er mit der Videokamera Beute, denn die anwesenden Zeitzeugen stehen für die Geschichte des Schachs: Der 68-jährige Juri Awerbach erforschte die Mechanik der Endspieltechnik.

Grafik: nz

Als der Amerikaner Bobby Fischer 1972 zur Blütezeit des Kalten Krieges den Weltmeistertitel gegen den Russen Boris Spasski gewann, wurde Awerbach Chef des sowjetischen Schachverbandes.

Robert Hübner ist seit drei Jahrzehnten Deutschlands Nummer Eins, war dreimal WM-Kandidat und einst auf Platz drei der Weltrangliste.

Kortschnoj, der 1976 aus der UdSSR emigrierte und für den die beiden WM-Kämpfe gegen Karpow in Baguio und Meran einer Auseinandersetzung mit dem verhassten sowjetischen Funktionärshölle gleichgekommen sein muss.

Isaak Linder aus Moskau, mit seinen 80 Jahren noch immer maßgeblich unter den internationalen Schachpublizisten.

Lothar Schmid, Nationalspieler, Sammler, Verleger und Schiedsrichter in den WM-Kämpfen von Fischer-Spasski, Karpow-Kotschnoj und Karpow-Kasparow.

Schließlich Wolfgang Unzicker, deutscher Nationalspieler und Olympia-Teilnehmer zwischen 1950 bis 1982, der die Tränen sah, als der 17-jährige Bobby Fischer gegen ihn aufgegeben musste.

Onkel Andre

«Nennen Sie mich Onkel Andre», sagt der 89-jährige Lilienthal zu mir, als ich ihn vom Hotel in den Vortragssaal bringe. Es wird nicht oft vorgekommen sein, dass ein Referent mitten im akademischen Vortrag wie Onkel Andre das Publikum um eine Zigarette anschnorrt.

Emanuel Lasker
Foto: web

Lilienthal plaudert noch nach Mitternacht mit Kortschnoj im Hotelrestaurant, flirtet die Frauen an und es wird still, als er erzählt, wie er Lasker in der Berliner Friedrichstrasse im Café kennengelernt hatte und später, als Emanuel und Martha für zwei Jahre in Moskau lebten, die Familie Lasker regelmäßig gesehen hat. Auch Stalins Russland war schließlich nichts für die Laskers. Sie zogen nach New York, wo Emanuel 1941 starb. Es war die Zeit von Stefan Zweigs Schachnovelle, als die besten Spieler der Welt noch mit Überseekreuzern zu den Turnieren nach New York reisten.

Es begab sich 1934 im Turnier zu Hastings: Als José Raúl Capablanca die Uhr abstellte, wird Andre Lilienthal als 23-jähriger Meister gewusst haben, dass ihn dieser Moment in die Schachgeschichte katapultieren würde. Ahnungslos hatte der kubanische Meister, der Lasker als Weltmeister nachfolgte, einen Bauern geraubt - eine fatale Beute mit Giftstachel.

Stellung vor 20.e5xf6

Im nächsten Zug opferte Lilienthal die Dame, öffnete sämtliche Linien zum hilflosen König Capablancas und schon war die Partie vorbei. Die Partie zeigt Lilienthal noch immer gern, und auf sie ist er mit Recht sehr stolz.

Knaak gegen Postler

Im Foyer macht mich André Schulz mit Rainer Knaak bekannt, und ich überbrücke einen kurze ungewollte Schweigesekunde, in dem ich ihm erzähle, dass eine der ersten Partien, die ich 1983 als Schüler nachgespielt habe, Knaak gegen Postler aus einem Schachbuch der DDR gewesen ist.

Rainer Knaak im Foyer
Rainer Knaak im Foyer
Foto: chessbase.de

Der Großmeister bleibt still und wir kommen auf das Motiv des Zentrumdurchbruchs in seiner Referenzpartie zu sprechen.

Später am Abend habe ich eine verwandte Stellung gegen Kortschnoj auf dem Brett. Der thematische Durchbruch erfolgte auch hier. Fokussierung der Ereignisse.

Schwarz am Zug

Am zweiten Abend zeige ich Knaak den Partieausdruck, der Angriffskünstler betrachtet die Diagramme, prüft die Stellungen, nickt andeutungsweise und lächelt hintergründig.

Alte Meister

Vielleicht könnte man annehmen, die Schachgroßmeister von siebzig Jahren seien senile Greise. Weit gefehlt!

Wolfgang Unzicker bei seinem Vortrag über das Verhältnis von Emanuel Lasker und Siegbert Tarrasch.
Wolfgang Unzicker bei seinem Vortrag über das
Verhältnis von Emanuel Lasker und Siegbert Tarrasch.
Foto: chessbase.de

Wolfgang Unzicker hatte sich einst mit Michail Tal auf russisch über literarische Vorlieben unterhalten. Der Richter in Rente spricht sorgsam gewählt und artikuliert, er schätzt die Klarheit und farbige Lebendigkeit in der Sprache seines russischen Kollegen Gennadi Sosonko.

Petra und Viktor Kortschnoj während eines Vortrags bei der Lasker-Konferenz
Petra und Viktor Kortschnoj während eines
Vortrags bei der Lasker-Konferenz
Foto: chessbase.de

Sowohl Lilienthal, Kortschnoj, Awerbach als auch Linder diskutieren auch auf Deutsch, wenn sie nicht unter sich sind. Auch Englisch und Französisch wird gesprochen.

Die Musik spielt, wie so häufig in Kongressen, in den kostbaren Pausen. Zeitzeugen stehen herum und erzählen sich was, doch man bleibt nicht unter sich. Zwar hat sich Robert Hübner vor seiner Simultanveranstaltung einsam an die Wand gelehnt, doch auch er lässt sich von Autogrammjägern ansprechen und unterschreibt in kleiner Schrift.

Graue Eminenzen

Dirk Poldauf reist als Korrespondent der Zeitschrift Schach durch die Weltgeschichte und berichtet von den Turnieren aus aller Welt. Auch für ihn, erzählt Poldauf, gebe es zwei Schachgrößen, vor denen er befangen wird: Garri Kasparow und Viktor Kortschnoj.

Der 75-jährige Wolfgang Unzicker schlendert vorbei und wir fragen ihn, ob es ihm auch so gehe. «Als ich als 17-jähriger Aljechin begegnet bin, da habe ich auch so etwas verspürt. Aljechins Gestalt war so kantig und die Bewegungen so - eckig, möchte ich sagen.» Weltmeister Alexander Aljechin waren die Spuren des Alkohols bereits anzusehen. «Obwohl ich nicht wusste, wie ich mich zu ihm verhalten sollte, fasziniert war ich doch.»

Fischer und der h-Bauer

«Wie war das mit Bobby Fischer und dem h-Bauern, 1960 in Buenos Aires?» Ein Anflug von Rührung bei Unzicker: «Fischer ist am Zug und ganz unmerklich und gedankenverloren spielt er mit den Händen, und auf einmal, ich sah es sich schon ereignen, will er den Bauern am Brettrand vor dem rochierten König unbewusst berühren.«

Schwarz am Zug zieht ... 12.h7-h5

»Es war völlig klar, dass ein Bauernzug verlieren würde, und ich sah es ja schon kommen, deshalb bin ich aufgestanden! Ich wollte es nicht sehen! Hätte er einen anderen Zug gemacht: ich hätte es selbstverständlich gelten lassen. Aber ich wollte, dass er sieht: ich bemerke es nicht! Damit er etwas anderes ziehen kann.» Die Verlegenheit, in die diese unmerkliche Berührung beide Spieler brachte, holt Unzicker wieder ein. «Doch als ich an das Brett zurückkehre, sehe ich: Fischer hat den Bauern also doch vorgerückt. Die Partie war dann für ihn natürlich schnell verloren. Fischer hielt die Uhr an, gratulierte und verließ sehr schnell den Turniersaal. Er hatte Tränen im Gesicht.» Ganz anders Weltmeister Michail Tal, die Inkarnation des Künstlers am Brett: «Als er einmal etwas übersehen hatte und gegen mich aufgab, da hatte Tal gelächelt.»

Der lila Joghurt

Dem Mittdreißiger Dirk Poldauf ist noch immer die Begeisterung anzumerken, als er von dem unerlaubten deutsch-deutschen Ost-West-Treffen mit Lothar Schmid erzählt, das er als 14-jähriger miterlebte. Der Nationalspieler Schmid war bereits 1972 die Graue Eminenz im Schach und schlichtete beim kapriziösen WM-Match die Allüren von Fischer und Spasski. Später war er Schiedsrichter bei Karpow und Kortschnoj, dann bei Karpow gegen Kasparow.

«Wir waren Kinder und hatten Tausende von Fragen», berichtet Poldauf. «Und was wir alles fragten: 'Wie war das mit dem Joghurt?'» Kortschnoj hatte sich einst beschwert, sein Widersacher Karpow ließe sich verschiedenfarbige Joghurts servieren, um sich Signale geben zu lassen.

Während der Simultanveranstaltung mit Kortschnoj wäre es sicher keine gute Idee gewesen, einen lilafarbenen Joghurt auf den Tisch zu stellen. Weitaus ernster jedoch war Kortschnojs Angst, der KGB werde mit allen Mitteln dafür sorgen, Kortschnoj als sowjetischen Staatsfeind und Exilanten nicht Weltmeister werden zu lassen. Gestört haben dürfte auch ein Parapsychologe aus Karpows Team, der ihn aus dem Zuschauerraum ständig angestarrt haben soll.

Der Sammler

Anderntags erwähnt Lothar Schmid seine Schachsammlung, und nur beiläufig deutet er Schachbücher aus seinem Besitz an, die vor dem Jahre 1500 verlegt worden waren. Sehr genau aber berichtet Schmid, wie unter den Nazis die Namen der bedeutendsten Schachspieler aus einem Standardwerk der Schachliteratur gestrichen worden waren.

Emanuel Lasker
Emanuel Lasker
Foto: Lasker-Gesellschaft

Emanuel Lasker, Siegbert Tarrasch, Akiba Rubinstein und Richard Réti waren Juden und zählten zu den wichtigsten Meistern ihrer Zeit. Als Schmid dies begriffen hatte, begann er die Bücher zu sammeln. Schmid ist kein Sammler wie jeder andere. Sein Antrieb ist Verantwortung. Er würde leiden, wenn er um wichtige Quellen wüsste, die irgendwo unbeachtet verrotten. So kauft er und bewahrt.

Bildschirm

Trotz der wissenschaftlichen Ausrichtung hat sich die Lasker-Gesellschaft als äußert erfolgreicher Promotor erwiesen. Die Presse ist versammelt: Roswin Finkenzeller und Stefan Löffler von der FAZ und Wolfram Runkel von der Zeit vertreten die Zeitungen. Referenten geben in den Pausen mitunter sechs Interviews hintereinander, Radio und Fernsehen berichten - und das in einer Zeit, in der Schach und Medien in Deutschland nur schwer zueinander finden.

Veranstalter Paul Wagner berichtet, ein Ziel der Lasker-Gesellschaft werde sein, «den Deutschen Schachbund bei seiner Öffentlichkeitsarbeit zu begleiten.» Ein Hoffnungsschimmer, denn die Situation ist schlichtweg katastrophal.

Helmut Pfleger
Helmut Pfleger
Foto: WDR

Desolat ist auch die Lage des Schachs im Fernsehen. Einziger Vermittler ist Helmut Pfleger, einst Schulfunk-Moderator, der noch immer mit «Rappelkisten»-Nimbus onkelhaft die Zeit verplaudert, die dafür übrig wäre, um Ereignisse, Konflikte und Wissen zu vermitteln. Journalisten wie Helmut Pfleger und sein WDR-Redakteur Claus Spahn wollen die Massen erreichen, wenn bei diesen nächtlichen Einschaltquoten überhaupt noch von Massen gesprochen werden darf. Sie wollen die Zuschauer an die Hand nehmen und ihnen Schachereignisse mundgerecht servieren. Doch die Kost ist seicht, was auch Pflegers Vortrag zeigte.

TV-Redakteur Spahn weiß zu berichten, der einstige Bundespräsident Richard von Weizsäcker habe persönlich die Sendungen gelobt. Unzählige Briefe würden seine Arbeit bestätigen. Schon als Kinder haben wir lieber zum DDR-Fernsehen umgeschaltet, in dem der dröge Meister Horst Rittner die Züge im WM-Kampf Karpow-Kortschnoj lakonisch aber gut erklärte.

In Deutschland fehlt es an Stars, hört man entschuldigend. Doch gäbe es in Deutschland einen Star, Pfleger und Spahn würden sich nicht ändern. Der Sender arte hat in zwei exzellenten Reportagen im letzten Jahr gezeigt, worum es im Schach geht. Die Dramatik, die Macher, die Stars und deren Geschichten wurden lebendig; plötzlich wussten Freunde, was am Spiel so fasziniert.

Daniel King plaudert mit Juri Awerbach im Foyer
Daniel King plaudert mit Juri Awerbach im Foyer
Foto: chessbase.de

Die BBC veranstaltete Fernseh-Turniere, in denen Koryphäen wie Antony Miles aus dem Off ihre Gedanken zu den wortlosen Bildern erläuterten und ihre Emotionen vermittelten. Der britische Großmeister Daniel King schreibt nicht nur gute Bücher, sondern kommentiert kenntnisreich und emotionsstark Schachpartien wie ein Fußball-Radioreporter aus den sechziger Jahren. Dabei ist King selbst erst knapp über dreißig und spricht ein ausgezeichnetes Deutsch. Michael Greengard aus den USA belebte die Website von Garri Kasparow mit gesprochenen Reportagen, wie sie nur jemand leisten kann, der aus dem Land der stundenlangen Baseball-Reportagen stammt.

Eigentlich müssten Pfleger und Spahn bei den Holländern in die Lehre gehen. Weltklasseturniere wie das in Wijk aan Zee sind Medienereignisse sondergleichen. Auch in Serbien, Kroatien oder Bosnien werden ganze Zeitungsseiten vollgeschrieben, wenn sich die besten Meister im Turnier messen. Die Möglichkeiten sind in Deutschland bei weitem nicht ausgereizt. Selbst mit dem begrenzten Budget, das der Westdeutsche Rundfunk bereitstellt, ließen sich weitaus bessere Sendungen produzieren. Auch wenn ein deutscher Weltstar fehlt.

Indien

Der Boris Becker Indiens heißt Viswanathan Anand. Als der frischgebackene Schachweltmeister in diesem Jahr das Halbfinale der offiziellen WM erreichte, umringten ihn etwa dreißig Fernsehkameras.

Bei einer indischen Bevölkerungszahl von nahezu einer Milliarde werden sicher mehr als 200 Millionen seinen Namen kennen. Ab dem Halbfinale übertrug man seine Partien live zur Primetime im indischen Fernsehen. Emanuel Lasker wäre zufrieden gewesen.

Gegenwart

Die Popularität des Spieles in Indien und in China könnte dazu führen, dass es im Osten ein neues Zentrum findet. Chess-Base, der Marktführer unter den Schach-Datenbanken, wäre sicher gut beraten, einen indischen Produktableger zu vertreiben.

Vielleicht wäre Lasker auch zufrieden gewesen zu sehen, wie viele Menschen inzwischen vom Schach leben können. Nach dem Ende des Kalten Krieges erleben Europa, die USA und Israel eine Völkerwanderung russischer Meister. Vielleicht hätte er die Anstrengungen Garri Kasparows begrüßt, das Schach in den Achtzigern und Neunzigern popularisiert zu haben wie kein zweiter außer Bobby Fischer in den Jahrzehnten zuvor.

Allein schon das Internet würde Laskers Inspiration beflügeln, und vielleicht würde auch Lasker im Computerzeitalter das Schach ins Sportliche, Wettkampforientierte beipflichten als in die Wissenschaftlichkeit, die durch Computer zusehends technokratischer wird. Ganz bestimmt aber würde sich Lasker darüber wundern, weshalb alle Welt ausgerechnet vom Champion Kasparow erwartet hatte, für seine Herausforderer die Titelkämpfe zu organisieren.

Weltpolitik

Ganz sicher aber wäre es interessant gewesen, Laskers Haltung zum Weltverband Fide zu hören, dessen Präsident Kirsan Iljumschinow einst von Boris Jelzin den Tipp erhalten haben soll, den Vorsitz der Fide zu übernehmen.

Iljumschinow ist gleichzeitig auch Präsident der russischen Teilrepublik Kalmückien, ein ganzer Weltverband folgt blindlings dem Krösus, der eigenhändig Preisgelder aus obskuren Quellen stiftet, den Kasparow einen Verbrecher nennt, und der selbst Wolfgang Unzicker die Manieren vergessen lässt, weil das Finale der letzten offiziellen Schach-WM ins iranische Teheran verlegt worden war.

Schmid wieder im Einsatz

Lothar Schmid und andere Experten versuchen gerade, die seit 1993 gespaltene Schachwelt wieder zu vereinen. Kasparow ist die Nummer Eins der Weltrangliste und hat Wladimir Kramnik nach einer Matchniederlage als 14. Weltmeister anerkannt. Viswanathan Anand hat souverän das offizielle K.o.-Turnier in Neu Delhi und Teheran gewonnen. Schmid sagt, «es wäre zum Beispiel denkbar, den neuen Weltmeister in einem Vierer-Turnier zu ermitteln. Aber noch gibt es keine wirklichen Nachrichten über die Sache.»

Fest aber steht: so lange Iljumschinow Fide-Präsident bleibt, wird Kasparow nicht mit sich reden lassen. Und das Motto der Fide wird bleiben: Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe.

Die Antithese

Mythos und Schach. Emanuel Lasker heftet die Legende an, er habe wie kein Zweiter die Psychologie ins Spiel gebracht und verkörpere sogar das Genie der psychologischen Spielweise. Robert Hübner entwickelte als einziger eine standfeste Antithese. Unser Zeitalter liebt die Skeptiker nicht und auch nicht jene, die eher ein halbleeres und nicht ein halbvolles Glas vor sich sehen. Schachmeister wie Hübner sterben im «Big Brother»-Zeitalter aus.

Robert Hübner während seines Vortrags
Robert Hübner während seines Vortrags
Foto: chessbase.de

Der 52-jährige promovierte Altphilologe betrachtet die Welt aus der Sicht des Wissenschaftlers. Aus Aufsätzen war Hübners Vortrag zumindest in Kernpunkten bereits bekannt, trotzdem der Versuch einer Zusammenfassung.

Hübner glaubt nicht an die Möglichkeit der psychologischen Spielweise unter Schachmeistern. Auch glaubt er nicht daran, dass die Spielweise Rückschlüsse auf den Charakter und die Eigenheiten einer Persönlichkeit erlaubt. Für einen Meister, einen Weltmeister sogar, ist es selbstverständlich, dass dieser in allen Situationen entsprechende Züge findet.

Hübner vertraut in seiner Forschung wie ein Positivist vor allem den zählbaren Größen. Kriterien wie die Motivation, der Gegner fände sich in bestimmten Stellungen nicht zurecht, habe irgendwo Schwächen oder verlöre schnell die Nerven, lasse sich von Gier verleiten oder überschätze die eigenen Möglichkeiten - diese Kriterien seien keine der Psychologie, sondern welche, die Schlüsse auf Kenntnisse im Schachspiel erlauben.

Hübners Argumente erscheinen einfach. Spielt man einen Zug aus psychologischen Gründen und erweist sich dieser Zug auch in späterer Prüfung als tauglich, so hat man schlicht einen guten Zug gespielt.

Oder spielt man einen Zug aus psychologischen Gründen und erweist sich dieser Zug in späterer Prüfung als Finte, so hat man einen schlechten Zug gespielt.

Wie dieser Zug sich in der praktischen Partie erwiesen haben könnte, ist für Hübner nicht bedeutend. Ihn interessiert der Wert eines Zuges in seiner Güte, nicht in seinem Effekt. War der Gegner dem Zug oder dem Plan nicht gewachsen, war dieser Spieler eben den Anforderungen der Stellung nicht gewachsen, und das nicht im psychologischen Sinne, sondern in der Kompetenz, die Stellung zu verstehen und zu angemessen zu behandeln. Kurz: dann ist er der Schlechtere am Schachbrett.

Hübner verblüfft das Publikum und verspottet es vielleicht sogar unmerklich, weil es so treuherzig und gutgläubig den alten Sagen glaubt. Nebenbei deklassiert er bislang angesehene Aufsätze früherer Meister wie Tarrasch (irrte), Tartakower (plapperte inhaltslos nach und irrte erst recht) und Réti (setzte dem Tandwerk die Krone auf, weil er Angst vor Lasker hatte, diese Angst auf Lasker projizierte und die Legende des psychologisch-teuflichen Genies vollendete und somit die Verantwortung für das eigene Scheitern «dem unschuldigen Lasker» aufbürdete).

Aus der Hübnerforschung

Es fallen erstaunliche Späne, wenn ein Wissenschaftler vom Schlage Hübners quasi nebenbei an der Schachgeschichte entlang spaziert, seine große Nase auf die Torsi alter Meister richtet und mithilfe der Analyse prüft, was heutzutage von den Leistungen alter Meister Bestand hat.

Journalisten und Biographen plappern häufig nach, was in die Welt gesetzt wird. In einem Aufsatz widerlegte Hübner bereits Laskers vermeintlichen Geniestreich in der Partie gegen Capablanca von St. Petersburg 1914, analytisch und nüchtern deklassierte er Varianten jener frühen Meister, welche Laskers psychologischem Wirken am Schachbrett huldigten.

Hübners Argumente sind stark, doch es bleiben Zweifel. Zum einen hat Lasker selbst sich zum Mittel der Psychologie zum Gewinnzweck bekannt. Lothar Schmid präsentierte eine Handschrift mit einer Liste von Prinzipien, die, wie der Zeit-Korrespondent zufällig entdeckte, mit «4. Zermürbung des Gegners durch Angriff auf auf seine psychologischen Schwächen» explizit auf die Psychologie eingeht.

Seien wir keine Pharisäer! Kann diese Handschrift doch nicht belegen, Lasker sei ein Meister der psychologischen Spielweise gewesen. Von Hübner lernen heißt, den Beweis am Schachbrett zu suchen. Die Synthese könnte sein, Lasker habe sich eben auch, nicht vor allem, auf die psychologischen Aspekte des Schachs verstanden. Es war nicht seine Leistung, sondern nur eine seiner Facetten. Das Spiel half ihm, seinen Geist nach allen Seiten abzurunden, nicht spitz in die Gipfel zu treiben.

Wie im Kongress durch den lustigen Vortrag «Homo ludens oder homo oeconomicus - Die Bedeutung des Spiels im Denken Laskers» deutlich wurde, hat Lasker es verstanden, sich durch das Spiel dem Ideal eines runden Menschen, nicht dem eines spitzen Menschen zu nähern.

Hübner zeigt aber auch, wie schnöde Analyse auch zur Aufklärung beitragen kann. «Common Sense», «Gesunder Menschenverstand», steht gleichwohl im Zentrum des Schaffen Laskers, insofern korrespondiert Hübners Beitrag auch in seiner Singularität mit Laskers Erbe.

Fast vergessen scheint indessen, mit welchem Respekt sich Hübner einst in einem lang erarbeiteten Partiekommentar auch über den psychologischen Ansatz Michail Tals geäußert hatte. Tal, der wie aus dem Nichts mit einem Zug am Brett nahezu irrationale Probleme stellte, die seine Gegner unmöglich am Brett lösen konnten, diese Legende Tal hatte eine Partie gegen Hübner verloren.

Hübners Kommentar schildert, wie sich Tal in späterer Analyse irrte. Hübner distanziert sich darin von Tals pyschologisch motivierter Analyse-Dramaturgie, doch ist es eine Distanzierung mit Respekt. In etwa: Das ist Tals Motivation, nicht meine. Ich interessiere mich eben für Wissenschaftlichkeit. Mit dem psychologischen Ansatz habe ich nichts zu tun.

Doch Doktor Hübner misstraut selbst Wladimir Kramnik, der behauptet, er könne Partien aufgrund der Spielweise gewissen Persönlichkeiten zuordnen und sogar erkennen, wer sie gespielt haben könnte. «Ich glaube nicht an Kramniks Behauptung. Vielleicht kann man unter zehn Partien eine zuordnen, doch wie gesagt, ich glaube nicht an diesen Ansatz. Doch Kramnik ist Weltmeister. Ich nicht.»

Kommentar Robert Hübners zur Partie gegen Michail Tal

Tal's notes do not substantially differ from mine as far as the selection of the main lines is concerned, even though on the whole I have given more variations. It is in questions of evaluation of moves and position that our opinions vary.

Tal criticises the move 14.Qe1 and considers 14.Nd5 preferable. Furthermore, he thinks that 16.Bh6 was much stronger than 19.Rd3. In both cases he is of the opinion that he abandoned a clear endgame advantage in favour of a vague attack. Finally he gives the move 29.Qh4 two question marks. I have branded the move 30.Nf6: as the only serious mistake by Tal in this game. The endings which looked so promising in Tal's eyes when he analysed the game are in my opinion no better options than the attack which Tal chose to pursue according to his natural inclination.

This difference can partly be explained by the fact that Tal is not that interested in writing analytical comments. His approach is subjective; he wants to explain the historical-psychological part of the game, and the situation on the board is mainly interesting for him as background for his thoughts and emotions. During this game, he was set on mating, since his start in the tournament had been very poor. In the annotations he is blaming himself for having pursued this aim too one-sidedly and for having lost objectivity. I think that this criticism is not warranted from the researcher's point of view, and reflects Tals disappointment about the outcome of the game which was so crucial for him.

Tal suffered from bad health in the period of the tournament in which the game was played; in fact, it was postponed because of his indisposition and played after round 6. I have included it in this selection nevertheless, as in spite of Tal's handicap it is in my judgement full of interesting situations.

Danach

«Als Wissenschaft ist Schach zu sehr Spiel. Als Spiel zu sehr Wissenschaft», schreibt Arthur Schopenhauer über diesen Dualismus. Und die Psychologie wird sich wohl aus der Wissenschaft, nicht aber aus der Praxis heraushalten lassen. Man muss schon einmal erlebt haben, wie eine Meute von verbundenen Freibauern im Endspiel losrasen will, während man auf dem anderen Ende des Brettes etwas berechnen möchte.

Emanuel Lasker, undatiertes Archivbid
Emanuel Lasker, undatiertes Archivbild

Da heißt es Mütchen kühlen und an Lasker denken, wie er einem Buddha gleich am Schachbrett die Hände vor dem kleinen Bäuchlein faltete und mit den kleinen Schweinsäuglein blinzelte: «Ja, mach du nur. Du wirst es schon erleben.»

Links: Wolfgang Unzicker, darunter Robert Hübner, darunter Viktor Kortschnoj, links unten: Lothar Schmid. Rechts oben: Juri Awerbach (Mitte) und Andre Lilienthal (rechts oben)
Links: Wolfgang Unzicker,
darunter Robert Hübner,
darunter Viktor Kortschnoj,
links unten: Lothar Schmid.
Rechts oben: Juri Awerbach (Mitte)
und Andre Lilienthal (rechts oben).
Repro: nz

Vielen Dank an den Großmeister Viktor Kortschnoj für die Lehrstunde und seine Geduld.

Die Partien

Andre Lilienthal (Weiß)
José Raúl Capablanca (Schwarz)
Hastings, 1934/35
Nimzowitsch-Indisch, Sämisch-System

  1.d2-d4 Sg8-f6
  2.c2-c4 e7-e6
  3.Sb1-c3 Lf8-b4
  4.a2-a3 Lb4xc3†
  5.b2xc3 b7-b6
  6.f2-f3 d7-d5
  7.Lc1-g5 h7-h6
  8.Lg5-h4 Lc8-a6
  9.e2-e4 La6xc4
10.Lf1xc4 d5xc4
11.Dd1-a4† Dd8-d7
12.Da4xc4 Dd7-c6
13.Dc4-d3 Sb8-d7
14.Sg1-e2 Ta8-d8
15.0-0 a7-a5
16.Dd3-c2 Dc6-c4
17.f3-f4 Td8-c8
18.f4-f5 e6-e5
19.d4xe5 Dc4xe4

Stellung nach 19. ... Dxe4

20.e5xf6 De4xc2
21.f6xg7 Th8-g8
22.Se2-d4 Dc2-e4
23.Ta1-e1 Sd7-c5
24.Te1xe4† Sc5xe4
25.Tf1-e1 Tg8xg7
26.Te1xe4†.
Capablanca gab auf.

Wolfgang Unzicker (Weiß)
Robert James Fischer(Schwarz)
Buenos Aires 1960
Sizilianisch, Najdorf-Variante

  1.e2-e4 c7-c5
  2.Sg1-f3 d7-d6
  3.d2-d4 c5xd4
  4.Sf3xd4 Sg8-f6
  5.Sb1-c3 a7-a6
  6.Lc1-g5 e7-e6
  7.f2-f4 Lf8-e7
  8.Dd1-f3 Dd8-c7
  9.0-0-0 0-0
10.Lf1-d3 Sb8-c6
11.Sd4xc6 b7xc6
12.Df3-g3

Stellung vor 12. ... h7-h5

12. ... h7-h5
13.e4-e5 d6xe5
14.f4xe5 Sf6-g4
15.Lg5xe7 Dc7xe7
16.Sc3-e4 De7-c7
17.h2-h3 Sg4xe5
18.Se4-f6† Kg8-h8
19.Dg3-g5 Se5xd3†
20.Td1xd3 g7xf6
21.Dg5xh5† Kh8-g7
22.Dh5-g4†
Fischer gab auf.

Emanuel Lasker (Weiß)
José Raúl Capablanca (Schwarz)
St. Petersburg 1914
Spanisch, Abtausch-Variante

  1.e2-e4 e7-e5
  2.Sg1-f3 Sb8-c6
  3.Lf1-b5 a7-a6
  4.Lb5xc6 d7xc6
  5.d2-d4 e5xd4
  6.Dd1xd4 Dd8xd4
  7.Sf3xd4 Lf8-d6
  8.Sb1-c3 Sg8-e7
  9.0-0 0-0
10.f2-f4 Tf8-e8
11.Sd4-b3 f7-f6
12.f4-f5

Stellung nach 12.f4-f5

12. ... b7-b6
13.Lc1-f4 Lc8-b7
14.Lf4xd6 c7xd6
15.Sb3-d4 Ta8-d8
16.Sd4-e6 Td8-d7
17.Ta1-d1 Se7-c8
18.Tf1-f2 b6-b5
19.Tf2-d2 Td7-e7
20.b2-b4 Kg8-f7
21.a2-a3 Lb7-a8
22.Kg1-f2 Te7-a7
23.g2-g4 h7-h6
24.Td2-d3 a6-a5
25.h2-h4 a5xb4
26.a3xb4 Ta7-e7
27.Kf2-f3 Te8-g8
28.Kf3-f4 g7-g6
29.Td3-g3 g6-g5†
30.Kf4-f3 Sc8-b6
31.h4xg5 h6xg5
32.Tg3-h3 Te7-d7
33.Kf3-g3 Kf7-e8
34.Td1-h1 La8-b7
35.e4-e5 d6xe5
36.Sc3-e4 Sb6-d5
37.Se6-c5 Lb7-c8
38.Sc5xd7 Lc8xd7
39.Th3-h7 Tg8-f8
40.Th1-a1 Ke8-d8
41.Ta1-a8† Ld7-c8
42.Se4-c5
Capablanca gab auf.

Simultanpartie gegen Viktor Kortschnoj
Potsdam 2001
Königsindisch, Sämisch

  1.d2-d4 Sg8-f6
  2.c2-c4 g7-g6
  3.Sb1-c3 Lf8-g7
  4.e2-e4 d7-d6
  5.f2-f3 0-0
  6.Sg1-e2 c7-c5
  7.d4-d5 e7-e6
  8.Se2-g3 e6xd5
  9.c4xd5 a7-a6
10.a2-a4 Sb8-d7
11.Lf1-e2 Ta8-b8
12.0-0 Dd8-c7
13.Kg1-h1 Tf8-e8
14.Tf1-e1 c5-c4
15.a4-a5 b7-b5
16.a5xb6 Sd7xb6
17.f3-f4 h7-h5
18.Le2-f3 Sf6-d7
19.e4-e5 Sd7-c5
20.e5xd6 Dc7-d8
21.Te1xe8+ Dd8xe8
22.Dd1-e2 De8xe2
23.Lf3xe2 Sc5-b3
24.Ta1-b1

Stellung nach 24.Ta1-b1

24. ... Lg7xc3
25.b2xc3 h5-h4
26.Lc1-e3 Sb6xd5
27.Le3-d4 Lc8-b7
28.Le2xc4 Sb3-d2
29.Tb1xb7 Tb8xb7
30.Lc4xd5 Tb7-b1+
31.Ld4-g1 h4xg3
32.d6-d7
Schwarz gibt auf.

 

aktualisiert: 5. Januar 2003