|
24. Mai 2006 Eröffnung der Ausstellung „Schach und Musik“ der Emanuel Lasker Gesellschaft im Rahmen des 12. Kongresses von CCI
Ausstellungskonzept: Barbara Holländer, Hans Holländer, Susanna Poldauf
Ausstellungsgestaltung: Friederike Holländer
Schach und Musik sind zwei Gebiete, die auf den ersten Blick nicht viele Gemeinsamkeiten bieten. Barbara und Hans Holländer sowie Susanna Poldauf haben jedoch nach genauerem Hinsehen interessante Überschneidungen gefunden, die einer näheren Untersuchung bedurften. Mit der Ausstellung „Schach und Musik“ haben sie sich diesem schwierigen Thema von mehreren Blickwinkeln aus genähert und bewiesen, dass es sehr wohl einen Zusammenhang beider Künste gibt. Davon kann man sich nun selbst in der Ausstellung „Schach und Musik“ der Emanuel Lasker Gesellschaft überzeugen.

Am 24.5.2006 wurde die Ausstellung mit einem vielseitigen Programm eröffnet. Nach der offiziellen Begrüßung durch Stefan Hansen (Vorstandsmitglied der Lasker Gesellschaft), eröffneten der Vorsitzende der Lasker Gesellschaft Paul Werner Wagner und Dr. Thomas Thomsen, Präsident der Chess Collectors International, die Ausstellung und hießen das internationale Publikum, darunter die Teilnehmer des 12. Kongresses von CCI, willkommen.


Den Abend stimmte Juan María Solare, argentinischer Pianist und begeisterter Schachspieler, mit verschiedenen Stücken schachspielender Komponisten auf dem Flügel ein. Darunter waren drei Stücke des „Opus 65“ von Sergei Prokofiev, „a Room“ von John Cage und eine Tangoeröffnung von „Danzarín“ von Julián Plaza zu hören.

Hans Holländer ging in seinem Vortrag „Schach und Musik“ konkret auf das Thema der Ausstellung ein. Er erläuterte seine Gedanken zu den verschiedenen Facetten, in denen sich die Symbiose von Schach und Musik zeigt. Seine Ausführungen begannen bei der höfischen Schach- und Musikkultur und gingen bis hin zu zeitgenössischen Ballettinszenierungen wie „Checkmate“ von Sir Arthur Bliss.

Barbara Holländer stellte die „Hypnerotomachia Poliphili“ vor, eine einzigartige Verbindung von Schach und Tanz in Form eines literarischen Schachballettes bzw. eines getanzten Schachspiels in der höfischen Kultur des späten 15. Jahrhunderts. Interessant waren die von ihr aufgezeigten Parallelen in der Notationsweise zwischen Schach, Musik und Tanz.

Musikpädagogin Annette Spitzlay ging in ihren Vortrag vor allem auf musikalische Aspekte und die Instrumentierung der „Hypnerotomachia“ ein. Beispielhaft erklärte sie, wie sich ein Kampf auf dem Schachbrett musikalisch darstellen lässt.

Abschließend stellte Susanna Poldauf mit ihrem Vortrag über Philidor einen der bedeutensten Schachspieler und Komponisten des 18. Jahrhunderts vor, der einen eindeutigen Beweis für den Zusammenhang zwischen Schach und Musik liefert.

Nachdem Juan María Solare seine These über den Zusammenhang von Generalbaß in der Musik und Bauernstruktur im Schach erläuterte, beendete er den Programmteil mit einer Klavierbearbeitung der „Aria of Sophia“ aus Philidors Oper „Tom Jones“ und entließ damit das Publikum zum Buffet.

So feierte man diesen gelungenen Abend bis tief in die Nacht hinein mit interessanten Gesprächen und Diskussionen.
Die Ausstellung „Schach und Musik“ ist von 24.5.06 – 30.9.06 in den Räumen der Lasker Gesellschaft nach telefonischer Voranmeldung (030-616 84 130) zu besichtigen.
Julian Eisele

|